Begleitung und Unterstützung in Zeiten der Veränderung

Traumhafter ... Winter!
- TRÄUME -

Mittler und Boten zwischen unbegreiflichem Ganzen
und persönlicher Realität


Jede Nacht öffnen sich in uns alle Tore und Begrenzungen unseres Ich-Seins, wir sinken ein in ein wohliges Vergessen dessen, was wir „Ich“ nennen. Wir sehnen uns geradezu nach diesem vollkommenen Vergessen im tiefen Schlaf; ja, es ist uns ein biologisches Bedürfnis, ohne das wir nicht existieren können. Im Tiefschlaf verlieren wir vollkommen unser (Ich-)Bewusstsein und erinnern uns daran im Aufwachen als etwas Köstliches, Süßes, Seliges. Am Morgen haben wir dann die Arme voller Geschenke, auch Träume genannt, seien sie erregend oder amüsant, schockierend oder abgründig, oder auch alles zugleich, auf die wir oft genug kopfschüttelnd blicken und nicht recht wissen, wohin damit im Leben, im Alltag. Es sind ja nur Träume, Hirngespinste; „Träume sind Schäume,“ sagen wir dann oft.

Doch schon seit alten Zeiten können uns Träume als Weg-Weiser und Berater dienen. Wir finden in ihnen oft in sehr deutlicher, ja übertriebener Weise unsere alltäglichen Handlungsmuster wieder und immer auch mindestens einen Vorschlag, darüber hinaus zu wachsen. Ja, schon die Tatsache, dass wir darüber träumen und uns erinnern, gibt uns die Möglichkeit einer anderen Sicht auf die uns bekannten Dinge.

Um es einmal etwas technisch auszudrücken: Träume sind eine Schnittstelle zwischen persönlicher Realität und universellem Sein.

Jede Nacht, wenn im Tiefschlaf unsere Ich-Begrenzungen aufgelöst sind, sind wir wieder ganz „Universelles Sein“, so wie der Tropfen Wasser, der sich im Meer auflöst, wieder ganz Meer ist (das eigentliche Wesen des Wassertropfens ist „Wasser-Sein“ und der Tropfen ist nur seine momentane spezielle Erscheinungsform). Immer dann, wenn wir in den Tiefschlaf fallen, synchronisieren wir uns auf diese Weise völlig mühelos jede Nacht mehrfach mit dem gesamten Geschehen. Und von dort, aus dem Gesamten, betreten wir mit dem ersten Wiedererscheinen des Ich-Gedankens die Brücke der Träume, spinnen das Netz unserer sogenannten Wirklichkeit (die tatsächlich nur eine spezielle Erscheinungsform des Gesamt-Seins ist) aus den uns bekannten und noch nicht bekannten (unbewussten) Mustern.
So ist jedes Traumnetz aus Fäden jenes unfassbaren, weil allumfassenden Gesamt-Seins gewirkt, das uns so tröstlich einhüllt, ja, das wir Selbst sind.
Über die Brücke der Träume sind wir verbunden mit, oft ungeahnten, Dimensionen von uns Selbst, als Ausdruck unserer Multidimensionalität.

Ebenso sind Träume gewissermaßen spielerische Abbilder unserer (gelebten und ungelebten) alltäglichen Realität, eine Art vor-reales, noch nicht manifestes Experimentierfeld, das uns ermöglicht, Situationen oder Szenarien vorab zu erproben und zu erkunden oder zu verdauen bzw. einzuordnen. Anders herum kann unsere alltägliche Realität, als mehr oder weniger manifeste Erscheinung, auch aus der Perspektive des Träumers, d.h. wie ein Traum, betrachtet werden.

D. Anker, Mai ´97/ April ´99